Demonstrationen

Massive Angriffe und Todesdrohung an Presse im thüringischen Mühlhausen durch Querdenken!

Der Pressefotograf Nico Kuhn, der u.a. auch Bildmaterial für unser örtliches Göttinger TageblattGöttinger Tageblatt Das Göttinger Tageblatt (GT) ist eine Lokalzeitung in Stadt und Altkreis Göttingen. Gegründet wurde das Göttinger Tageblatt 1889 von Gustav Wurm. bereitstellt, wurde neben einem weiteren Journalisten am vergangenen Montag, 19. April 2021 von Protestierenden aus dem sogenannten QuerdenkerQuerdenken Querdenken-Proteste ziehen eine Mischung von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund an, darunter Anhänger populistischer Ideen und Esoteriker*innen die sich berufen fühlen, sich gegen das zu verteidigen, was sie als arrogante Zentralregierung betrachteten. Unterstützer*innen verschiedener Verschwörungstheorien und extrem rechte Gruppen und Einzelpersonen sind ebenso unter den Protestierenden. Impfgegnerschaft bilden auch einen großen Teil der Demonstrierenden. Einige Demonstrant*innen äußern sich stark negativ gegenüber öffentlichen Medien, von denen sie glauben, dass sie einseitige Berichterstattung liefern; wiederholt wurden Journalisten, die über die Kundgebungen berichteten, belästigt und körperlich angegriffen. Solche Angriffe waren laut einem am 20. April 2021 veröffentlichten Bericht der Hauptgrund dafür, dass Deutschland im Pressefreiheitsindex für Reporter ohne Grenzen vom elften auf den 13. Platz abrutschte.-Spektrum im thüringischen Mühlhausen verbal bedroht, tätlich angegriffen, in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt und mit dem Tode bedroht.

Bewegungsfreiheit eingeschränkt und Einsatz von Hunden durch Demoteilnehmer

Dabei wurden die Journalisten in ihrer Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt. Einer der Täter (mit Bart) äußerte »Du bleibst hier stehen Junge.«, während er sich immer weiter, mit unterschreiten des Covid19 bedingten MindestabstandMindestabstand Ein wichtiger Baustein, um sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen, ist nach wie vor, auf einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu achten. auf den Fotograf zubewegte und ihn dabei an die Fassade eines Gebäude drängte. Zeitgleich baute sich an der Flanke des einen Journalisten eine weitere Person, die ebenfalls am Protest der Pandemie-Leugner teilnahm auf. Das belegen Video- und Bildaufnahmen, die am gestrigen Dienstag u.a. auf Youtube veröffentlicht wurden (s.o.).
Auch zwei Hunde, einer davon kräftig, wurden auf die Journalisten zugeführt und eine bedrängliche Situation herbeigeführt.

Todesdrohung durch Frau

Im weiteren Verlauf der Angriffe der Leute aus dem Querdenker-Spektrum kam es dann zu einer Todesdrohung. Eine Frau bewegt sich direkt auf die beiden Journalisten zu und machte sich dabei selbst zum Gegenstand der Berichterstattung. Die Frau sagte zu den Journalisten: »Sollte ich mein Bild irgendwo finden, merk dir eins: Ich hab mir deine Fresse gemerkt und deine genauso. Ihr überlebt das nicht. Dann gnade euch Gott.« auf Nachfrage des Journalisten ob das eine Todesdrohung war. Darauf hin sagt die Frau »Ja das war eine Drohung«. Der Journalist fragt dann nochmals nach ob das eine Todesdrohung war sagt die Frau: »Das ist eine Todesdrohung.« Danach erklärt die Frau sie sei Epileptikerin und das sie deshalb den Drang habe, die Kamera des Journalisten aus der Hand zu schlagen.

Alle zitierten Passagen sind dem Video zu entnehmen und von dort aus transkribiert worden.

Fotos von Louis Teuchert: flic.kr/s/aHsmVjD5th
Fotos von Nico Kuhn: https://flic.kr/s/aHsmVkS1kt

Beitragsbild: Mühlhausen – Aufmarsch “Mühlhausen geht spazieren für Frieden / Freiheit / Souveränität” 4/2021. CC BY-NC-SA 2.0 Nico Kuhn /flickr